Damen: Erfolgreich am Jahresende

Sonntagmorgens, halb Sieben in Deutschland. Die letzten Nachtschwärmer fallen so langsam ins Bett, die ersten Schichtarbeiter gehen zur Arbeit und neun Floorballerinnen machen sich auf den Weg ins Alte Land, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Mitteleuropas, gegründet von Priester Hendrik aus Jacobswoude. Hier, inmitten einer Idylle von standardisierten Apfelplantagen, liegt Steinkirchen, der Schauplatz des 2. Spieltages des Floorball Deutschland Cups Nord/West. Im starken Schneegestöber ging es für die ASV-Mädels Richtung Norden...

...dort angekommen, traf der ASV Köln zunächst auf den Tabellenführer, die SG Bordesholm/Hamburg. Das Spiel hatte noch nicht richtig begonnen, da fiel schon das 1:0 für Bordesholm. Nach einem individuellen Fehler in der ASV-Defense stand die Torschützin völlig frei im Slot und konnte unbedrängt einnetzen. Die Kölnerinnen spielten insgesamt nicht aggressiv und schnell genug und hatten so oftmals das Nachsehen im Kampf gegen die Bordesholmerinnen. Einige Minuten später schien es, als hätten die ASV-Mädels endlich gemerkt, was die Stunde geschlagen hat. Nun spielten sie aggressiver, hielten die taktischen Vorgaben ein und kamen durch einige Konter immer wieder selbst zu Torchancen. In der 5. Minute des zweiten Drittels dann die Ernüchterung: Durch ein unglückliches Eigentor, erhöhte Bordesholm auf 2:0. Der Ball war nach einem umstrittenen Freischlag gegen den Fuß einer ASV'lerin geprallt und von dort aus ins Tor. Trotzdem ließ der ASV Köln nicht nach. Im Schlussdrittel gelang den Kölnerinnen sogar noch ein Tor. Das jedoch wurde nicht anerkannt - die Schiedsrichter hatten den sich ergebenden Vorteil nach einem Foul nicht abgewartet und kurz vor dem Torschuss gepfiffen. Endergebnis: 2:0 für die SG Bordesholm/Hamburg.
Statistik: http://statistik.floorball.de/index.php?seite=game&game=181

Im zweiten Spiel des Tages gab es nur ein Ziel: gewinnen. Gegen die SG Braunschweig/Seebergen musste es Sieg her, wenn Köln seinen 2. Tabellenplatz nicht verlieren wollte. Die Ausgangssituation: Köln, 2. Platz, 6 Punkte. Braunschweig/Seebergen 3. Platz, 5 Punkte.
So ausgeglichen, wie es die Tabellensituation vermuten lässt, war auch das Spiel. Im ersten Drittel gab es Torchancen auf beiden Seiten. Vorne verhinderte die schlechte Chancenauswertung des ASV Köln eine Führung und hinten Manuela Stüßer die mögliche Führung für den Gegner. Aber es sollte noch besser kommen... 0:0 zur Drittelpause.

43 Sekunden nach dem Bully zum zweiten Drittel ließen die ASV-Mädels ihrer Kreativität beim Freischlag freien Lauf. Von Außen wurde ein Wechsel angesagt. Alles Spielerinnen rannten zur Bank... bis auf eine. Sie legte den Ball am Freischlag-Punkt schussbereit ab. Gleichzeitig wechselte auch die Hälfte der gegnerischen Mannschaft als plötzlich der Ruf "Play" vom Schiedsrichter kam. Kurzentschlossen drehte Larissa Kühn um, rannte statt zur Bank zum Freischlag und schoss ins Tor der völlig verdutzten SG-Keeperin. 1:0 Köln.
Diese Führung hielt rund 13 Minuten, weil Manuela Stüßer hielt. Der ASV-Goalie steigerte sich von Minute zu Minute und zeigte großartige Paraden. In der 14. Minute war aber auch sie machtlos. Der ASV Köln bekam den Ball nicht aus dem eigenen Slot und Braunschweig/Seebergen schaltete schneller... 1:1 zur Drittelpause.

Das Schlussdrittel war dann ein wahres Herzinfarkt-Finale.
Überzahl-Situation ASV Köln nach nur 21 Sekunden. Köln verliert den Ball. Nationalspielerin Juliane Hoffmann läuft alleine auf das ASV-Tor zu – doch da ist Manuela Stüßer und rettet Köln.
8. Minute im dritten Drittel – Tor für die SG Braunschweig/Seebergen... 1:2
Der ASV Köln stellt kurz darauf die Blöcke um. Mit Erfolg: Nur zwei Minuten später tankt sich Kristina Kreutzwald kraftvoll durch die Mitte und zieht aus dem Halbfeld ab. Ein echtes Wembley-Tor, nur dass dieser Ball wirklich drin war! 2:2.
Jetzt wollen sich die Floorballerinnen des ASV Köln selbst belohnen und die drei Punkte holen. ASV-Coach Daniel Mahnken stellt die Taktik um, will den Druck auf die Gegnerinnen nochmals verstärken. Nach 12:52 Minuten des dritten Drittels steht Anna Schulte-Herbrüggen genau dort, wo sie stehen soll – am langen Pfosten der SG Braunschweig/Seebergen. Sie zimmert den harten Pass von Kristina Kreutzwald über den gegnerischen Goalie ins Tor. 3:2 für Köln, zwei Minuten vor dem Ende. Nun beginnt die Zeit von Manuela Stüßer, die sich immer weiter steigert und am Ende nicht nur einen Schlagschuss von Nationalspielerin Lisa Entelmann fängt, sondern auch die drei Kölner Punkte festhält.
Statistik: http://statistik.floorball.de/index.php?seite=game&game=183

Trainer Daniel Mahnken fasste den Spieltag so zusammen: "Ich bin sehr zufrieden. Bordesholm ist eine Übermacht und wir haben sie ziemlich geärgert, das freut mich. Aber in diesem Spiel hat man auch gut eines unserer Probleme gesehen: In manchen Situation sind wir überfordert, dann vergessen wir Gegner, Taktik, Freund und Feind und sind unkonzentriert – so ist das erste Tor gefallen. Sowas darf nicht passieren - dafür haben alle inzwischen genug Erfahrung.
Das zweite Spiel hat aber wieder für alles entschädigt! Die Mädels haben gekämpft, haben keinen Ball verloren gegeben und das muss man auch sagen: Gegen eine so erfahrene und spielstarke Mannschaft wie die SG Braunschweig/Seebergen ein Spiel zu drehen, schafft nicht jeder. Ich würde mich freuen, wenn wir diesen Aufwind ins neue Jahr mitnehmen können und bei unserem Heimspieltag am 26. Februar vielleicht noch einen draufpacken können..."

Für den ASV Köln spielten:
Johanna Frielingsdorf, Berit Paulsen, Nadine Krause, Sarah-Maria Schroeder, Larissa Kühn, [C] Julia Isaak, Veronika Kaunisaho, Elena Krumscheid, Anna Schulte-Herbrüggen, Kristina Kreutzwald, [T] Manuela Stüßer, Cathrin Gutmann

 

Hart gekämpft und am Ende belohnt worden: Anna Schulte-Herbrüggen erzielte das Siegtor gegen Braunschweig
Hart gekämpft und dafür belohnt worden:
Anna Schulte-Herbrüggen erzielte das Siegtor gegen Braunschweig/Seebergen (Foto: Elke Scholz/unihockey-portal.de)

+Daniel Mahnken

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